Echtzeit-Audio, mobiles Fernsehen und HDTV, das sind nur einige der neuen Möglichkeiten, die uns LTE in Zukunft bieten könnte und zwar in exzellenter Qualität. LTE steht ausgeschrieben für “Long Term Evolution” – doch was verbirgt sich dahinter?
LTE ist eine mögliche Technik für das Mobilfunknetz der nächsten Generation (NGMN – Next Generation Mobile Networks) und gilt als Nachfolgetechnik von UMTS und HSDPA. In der Chronologie wird LTE auch als Funktechnik der vierten Generation (4G) bezeichnet.
Konkret
LTE soll mobile Bandbreiten bieten, die die herkömmlichen Übertragungsraten um ein Vielfaches übertreffen. Die Technik kann Spitzendatenraten von 100 Mbit/s im Downlink empfangen. Im Uplink werden Datenraten von 50 Mbit/s vom Mobilgerät zur Basisstation erreicht. Die Übertragung wird ungefähr zehn Mal höher sein als bisher. Zunächst werden die ländlichen Gegenden damit ausgestattet. Erste Versuche laufen bereits. Später sollen dann auch die Ballungszentren mit dem mobilen Internet versorgt werden.
Nahtloser Übergang
Die bisherigen GSM-, UMTS- oder auch HSPA-Netze werden durch LTE nicht vollständig ersetzt, sondern vorerst nur ergänzt. Später wird es einen nahtlosen Übergang von der bisherigen UMTS-Technik zu LTE geben.
Was spricht für LTE?
Immer mehr Menschen sind im Besitz eines iPhones oder Android-Smartphones. Die Nutzung des mobilen Internets ist auf Grund dessen stark angestiegen. Klar, jeder der eines dieser Mobiltelefone besitzt, will natürlich auch surfen. Das hat zur Folge, dass Mobilfunknetze teilweise, trotz konsequentem Ausbau, überlastet sind. Die Erweiterung der Netzkapazität ist damit unausweichlich. LTE erhöht diese Kapazität gegenüber HSPA um Faktor 3,5 und gegenüber HSPA+ um den Faktor 2,5. Da die Kosten für eine neue Basisstation um das zehnfache einer Aufrüstung von LTE übersteigen würden, ist LTE für Netzbetreiber natürlich um einiges attraktiver.
LTE wird also nicht nur aufgrund der höheren Übertragungskapazität eingeführt, sondern verspricht gleichzeitig eine Kostensenkung der Betriebe um bis zu 70%. Ein Grund mehr für die Einführung.
Die neue Technik ist auch aus anderen Gründen notwendig. Wir sind inzwischen einfach an eine schnelle Verbindung gewöhnt, dass wir die Reaktionszeit des Netzes mit mindestens 60 Millisekunden (unter optimalen Bedingungen) sogar als “langsam” empfinden, so der Test einiger Netzwerkbetreiber. LTE mit 10 Millisekunden Reaktionszeit wird Daten viel schneller übertragen als bisher. Zur Freude der Smartphone-Generation. Denn, was für den Mobiltelefonierer die Sprachqualität ist, das ist für den mobilen Internet-Surfer die Reaktionszeit bei der Datenübertragung.
Übertragungstechnik
Die LTE-Übertragungstechnik ist für den Frequenzbereich von 700 bis 2700 MHz ausgelegt (0,7 bis 2,7 GHz). Der Frequenzbereich kann flexibel zwischen 1,25 bis 20 MHz variieren. Dadurch ist eine leichtere Anpassung an die weltweit verschiedenen Frequenzbereiche möglich. Das bedeutet, dass die Endgeräte multifrequenzfähig sein müssen, damit ein internationales Roaming möglich ist. LTE definiert eine völlig neue Funkschnittstelle.
Sprachverbindungen über LTE
LTE ist vollständig auf die Übertragung von Daten ausgerichtet. Erst später soll eine Umstellung der Sprachübertragung per Voice over IP (VoIP) erfolgen. Das bedeutet, dass die Daten im LTE-Mobilfunknetz mit dem Internet-Protokoll (IP) übertragen werden, so wie derzeit im kabelgebundenen Internet. Probleme mit der Sprachverbindung gehören dann endgültig der Vergangenheit an.
Anwendungen
Mit der vierten Mobilfunk-Generation (4G) soll auch andere elektronische Produkte mit einbezogen werden. Zum Beispiel Digitalkameras, Camcorder, Spielekonsolen und andere ultramobile Endgeräte wie Netbooks. Denkbare Anwendungen sind auch MP3-Player, die Daten, ohne den Umweg über einen PC, direkt auf das Gerät laden.
Was heißt das für den Handynutzer?
Ganz klar, LTE macht nicht nur das Internet schnell, schneller, am schnellsten. Neben der Übertragungsgeschwindigkeit wird sich auch die Übertragungsqualität um einiges verbessern.
Und wann?
Mit den ersten Anwendungen, die auf LTE-Endgeräten basieren, ist in Deutschland 2011 zu rechen. Wir werden selbstverständlich sofort an Sie berichten, sobald LTE auch in unserem Netz zur Verfügung steht.
Ihre Meinung
Was sagen Sie? Haben wir mit LTE die Endstufe, ja den absoluten mobilen Luxus in der Datenübertragung erreicht?

KOMMENTARE (8) ZUM ARTIKEL
Die neue Funktechnik LTE kommt mit großen Schritten – Wir erklären alles Wissenswerte!
Wilfried sagt
am 22. September 2010 um 11:23 Uhr
Ich finde die Netzabdeckung im ländlichen Raum, im Vergleich zum Wettbewerb, völlig unbefriedigend. Ein Beispiel: Öhringen ist eine kleine Stadt mit nahezu 20.000 Einwohnern. Der Wettbewerb bietet HSPA, oder doch zumindest UMTS an. Eplus ist gerade mit Edge dabei. Doch selbst damit könnte ich leben.
Ich wohne in einer Gemeinde 10 km entfernt (Langenbrettach/Langenbeutingen). Der Wettbewerb bietet UMTS oder doch zumindest Edge (allerdings auch mit ein paar Funklöchern). Im Prinzip also gute Chancen mit Erreichbarkeit aufzutrumpfen.
Unt tatsächlich Eplus hat vor einem Jahr (nach zwei Jahren Planung!) einen 50 m hohen Antennenmast (viel besser gelegen als der Wettbewerb) hingesetzt. Doch der bringt keine Verbesserung, weil die Antennen (noch immer nicht) ausgerichtet sind. Das war dann für August angekündigt, bis heute ist noch immer nichts passiert. Und statt UMTS wird es dann auch wieder nur Edge werden. Und ein Markt von 5.000 Einwohnern lebt weiter im EPlus Funkloch. …
Eigentlich bin ich ein treuer und nicht sehr anspruchsvoller Kunde. Aber so?
BASE_Kathrin sagt
am 15. September 2010 um 16:53 Uhr
@Marcel, danke, das höre ich gern und tut gut
.
Marcel sagt
am 15. September 2010 um 10:52 Uhr
Also ich bin bisher mit dem BASE-Netz zufrieden, meine Freunin hingegen plagen ab und zu im Rhein-Main Gebiet Netzabbrüche. Aber ich finde selbst das Mobile Internet läuft “zufriedendstellend”, ich empfinde also keine Probleme und bin Optimistisch, was die Netzqualität von BASE bzw E-Plus zu den anderen Anbietern angeht.
BASE_Kathrin sagt
am 13. September 2010 um 08:11 Uhr
@steven, wir werden besser, versprochen.
BASE_Kathrin sagt
am 13. September 2010 um 07:26 Uhr
@Daniel, bei UMTS holen wir täglich auf und auch der LTE Ausbau liegt im Fokus, da müssen wir uns keineswegs verstecken.
steven sagt
am 12. September 2010 um 12:16 Uhr
bis eplus lte anbietet werden wohl noch jahre vergehen!
was mobiles internet angeht, schneidet eplus sehr schlecht aber – schade!
Meisterroerig sagt
am 10. September 2010 um 18:51 Uhr
Lieber Daniel,
mit LTE sollte man schon in die Gänge kommen. Ob das noch diesen Jahr sein sollte wage ich zu bezweifeln. Ich erwarte aber vom E+ Netz das der UMTS Ausbau endlich weiter geht. Ich kenne noch so viele Orte die nur UMTS ohne HSDPA haben. Warendorf, Telgte, Ostbevern, Ennigerloh, Beckum, 2/3 von Gütersloh, Rheda -Wiedenbrück, Herzebrock-Clarholz (da wo Arvato ist)der UHS Bielefeld und Oelde. Wo bleibt HSDPA? Warum werden nicht die ganzen Dörfer die kein DSL haben nicht noch schnell mit HSDPA versorgt? Damit könnte man den 3 LTE 800 Netzen doch schwer zusetzen! Und noch was! Wenn wir schon über 3G und 4G sprechen sollten wir 2G nicht außer acht lassen. Da gibt es in der Heimatstadt von Herrn Dirks sogar Indoor Funklöcher.(Schloß Holte-Stukenbrock)
Wie sieht es mit der GSM Versorgung auf der B51 zwischen Glandorf und Ostbevern so wie Warendorf Milte aus? Hier mal ein Celltrack von der B51 Ostbevern-Glandorf:
20100904 104044 55502 422 0 262 03 13% -101 – ?:no info
20100904 143944 46452 682 0 262 03 50% -95 – ?:no info
20100904 144005 46452 682 0 262 03 100% -83 – ?:no info
20100904 144039 60762 40042 2042 262 03 71% -97 – ?:no info (WCDMA)
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20100904 144222 0 0 0 000 00 0% 99 – no signal
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Das sind Glanzleistungen für eine Bundesfernstraße zwischen Osnabrück und Münster! Ich bin ja garnicht so unzufrieden mit dem E+ Netz. Aber man muss nicht nur 100Mio. € bis Ende 2010 in die Hand nehmen. Das sollte beiden gesparten Mios. doch etwas mehr möglich sein. Dann müssen die KPN Aktionäre mal mit ein bisschen weniger zufrieden sein!
Daniel sagt
am 10. September 2010 um 17:59 Uhr
E-Plus sollte zusehen das sie auch zeitnah LTE an den Start kriegen,die Mitbewerber haben alle schon LTE on Air.Nur E+ rennt dem ganzen mal wieder hinterher.Es ist schon unschön das man bei der Versteigerung der 800 MHZ Frequenzen das nachsehen hatte.Nun sollte man wenigstens zusehen das man LTE auf 1800 und 2600 MHZ zeitnah ans laufen kriegt und vorallem auch mal das UMTS Netz bundesweit mit HSPA ans laufen kriegt.Es laufen noch viel zu viele Sender nur mit normalem UMTS.Zudem sind die Wettbewerber bei Ausbau von UMTS schon einen gewaltigen Schritt weiter.Wenn E+ in absehbarer Zeit nicht von o2 in Sachen Kundenzahlen überholt werden will,sollte sie langsam mal in die Puschen kommen.Man hat doch seitens E+ eine ordentlich Zahl an GSM Standorten und so schwer ein Grossteil dieser um UMTS/HSPA zu erweitern kann so schwer nicht sein.Man hat bei der Versteigerung zuletzt gegenüber dem Wettbewerb über 1 Millarde Euro gespart,diese sollte man nun nehmen um beim Datennetz wieder auf Augenhöhe zu den Mitbewerbern zu kommen.Herr Dirks versprach ja zuletzt erst,er will nicht einholen sondern überholen.Nun ja,hoffentlich bleibt das nicht nur leeres Geschwätz.Herr Dirks verspricht und die Mitbewerber machen.Traurig aber aktuell ist das so.