Heute wird’s spannend: Auf unserer Reise durch die Vergangenheit (hier gehts nochmal zu den Folgen 1, 2, und 3) begegnen wir in Folge 4 auf eine Erfindung, die noch immer unseren Alltag prägt. Gemeint ist – tatatataaa! – das Festnetztelefon!

Gut verkabelt!
In der 1850er-Jahren waren die ersten Seekabel verlegt und der interkontinentale Telegrafieverkehr hatte zunächst Europa und Amerika, später auch die übrigen Kontinent miteinander verbunden (außer der bevölkerungsreichen Antarktis). Jetzt hatte die Welt der Telekommunikation Zeit, sich eine neue Herausforderung zu suchen. Es sollte nicht mehr nur darum gehen, überhaupt Mitteilungen über große Entfernungen auszutauschen. Sondern die Frage hieß: Wie kann man das Ganze mal komfortabler machen? Die Antwort war das Telefon. Allerdings wusste das damals noch keiner – keiner bis auf Innocenzo Manzetti.

Nuscheln für Anfänger
1856 stellte eben jener Manzetti einen elektrischen Apparat vor, der in der Lage war, einzelne Töne und Melodien einige Kilometer zu übertragen. Das war deutlich leichter für den Benutzer, als hektisch lange und kurze Stromimpulse zu senden. Das Ganze hatte nur einen Haken: Die Konsonanten waren unverständlich. „I i e ao eie?“ Oder (mit Konsonanten): „Wie ging es also weiter?“

Philip Reis vs. Alexander Graham Bell
Der Durchbruch in punkto verständlicher Sprachübertragung gelang Philip Reis gelingen. 1861 präsentierte der Lehrer seine Erfindung, das „Telephon“.

Man musste sich aber immer noch Mühe geben, um am anderen Ende verstanden zu werden. Am wählte man seine Äußerungen so, dass sie akustisch gut unterschieden werden konnten. So konnte man sich vielleicht nicht allzu gehaltvoll äußern, wurde aber wenigstens verstanden. Die ersten verständlich übertragenen Sätze waren dementsprechend die historischen Aphorismen: „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ und „Die Sonne ist von Kupfer“.

In Amerika machte Alexander Graham Bell zur selben Zeit (von lächerlichen 15 Jahren abgesehen, die inzwischen vergangen waren) die Erfindung von Reis einfach noch einmal und meldete 1876 eine geniale Erfindung erfolgreich beim US Patentamt an. Deren überraschender Name: „Telephon“.

Das Fräulein vom Amt
In den folgenden Jahrzehnten wurden überall auf der Welt – ausgenommen wieder die Antarktis – Telefonnetze auf- und ausgebaut. Vermittelt wurden die Gespräche über Schaltzentralen, wo das „Fräulein vom Amt“ die gewünschten Verbindungen herstellte. Die Automatisierung war aber nicht aufzuhalten, und so ging 1923 der erste „Selbstwählferndienst“ an den Start. Aber das Fräulein hielt der Moderne noch eine ganze Weile stand: So wurde z.B. erst 1970 eine direkte Durchwahl bis Amerika möglich.

Finale, oh-oh! Finale, oh-oh-oh-oh!
Das große Finale steht kurz bevor: Stellen Sie den Wecker und verpassen Sie nicht Folge 5 unseres historischen Quintetts zur Geschichte der Telekommunikation. Wie geht sie aus? Bleiben Sie dran und frischen Sie Ihr Alphabet auf, wenn es heißt: A, B, C, D und E-Netz – jetzt wird’s mobil!

Folge 1: Der Anfang
Folge 2: Trommeln, Rauchzeichen, Brieftauben
Folge 3: Telegraphie und Morsen
Folge 4: Das Festnetztelefon
Folge 5a: Die Anfäge des Mobilfunks & Handys

Folge 5b: Gegenwart des Mobilfunks

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