Folgende Info hat uns gerade erreicht: das Handy ist tot. Millionen von Menschen sammeln sich vor den Headquartern diverser Handyhersteller, um ihre Referenz zu erweisen. Blumenmeere und Plüschteddys versperren den Weg, Kondolenzbücher liegen aus, die leider nicht befüllt werden können, da die meisten Trauernden nicht wissen, wie sie einen Stift zu bedienen haben.
Die Welt versinkt in Chaos und Anarchie. Liebende können direkt nach dem Aufstehen kein „Guten Morgen Bärchen“ an ihre Liebsten versenden. Die schöne Alpenwiese ist gar nicht mehr so schön, wenn man sie nicht mit seinen 500 Freunden auf Facebook teilen kann.
Das Leben erscheint trostlos, grau und still. Unsere Urangst, allein zu sein, ergreift Besitz von uns, weil nicht alle paar Minuten eine Nachricht eingeht, die uns das Gefühl gibt, wichtig für andere zu sein. Und nein, eine Telefonzelle ist kein adäquater Ersatz! Welch ein Horrorszenario, gut, dass das nur ein Albtaum war…
Die schönste Symbiose der Welt - mein Smartphone und ich
So schaut die Welt (zumindest für mich) wirklich aus: Morgens weckt mich eine Prelude von Bach, damit ich positiv gestimmt in den Tag starte. Ich schaue, wie das Wetter wird, um mich entsprechend kleiden zu können. Zuvor habe ich natürlich per Typ-App erforscht, ob ich der Herbst- oder Frühlingstyp bin und welche Farben mit meinen blauen Ballerinas kombinierbar sind. Wenn es die Zeit erlaubt, können Freunde auf Facebook entscheiden, welches Outfit ich wählen soll. Unterwegs kann ich bei Facebook schauen, was meine Freunde und Verwandten, die über den ganzen Globus verstreut sind, aktuelles zu berichten haben. So begleitet mich mein Handy den ganzen Tag durchs Leben, es ist die schönste Symbiose der Welt, erleichtert vieles, bietet Freude und steckt voller Möglichkeiten.
Ohne Handy geht es auch – nicht immer, aber manchmal
Es gibt kritische Stimmen, die sagen, man müsse nicht immer erreichbar sein. Natürlich muss man das nicht. Es ist selbstverständlich, dass das Handy auch mal keine Rolle spielt. Es ersetzt nicht alles in der Welt. Abends ein gutes Buch lesen, einen schönen Film im Kino schauen, mit Freunden Essen gehen – das Handy auch mal ausschalten können, dass ist wahre Kunst:-) In diesem Feld bewegen sich die „Digital Naturals“. Wir sind keine Technik-Freaks und auch keine Technik-Muffel, bewegen uns irgendwo dazwischen. Die zunehmende Digitalisierung und die damit verbunden Veränderungen der mobilen Kommunikation ist für uns kein Schreckgespenst, aber wir müssen auch nicht jeden technischen Trend mitmachen. Wir sind offen für alles, fühlen uns aber frei in der Entscheidung, was wir wirklich für sinnvoll erachten und was nicht. Fühlst du dich angesprochen? Dann bist du einer von uns.
Wir möchten dich herzlich einladen, unsere Kampagne „Die beste aller Möglichkeiten“ mitzuformen. Wie gestaltet sich dein Tag mit deinem Smartphone? Kannst du auch nicht mehr ohne? Wenn du dich entscheiden müsstet zwischen einem schicken Sportwagen und einem Jahr ohne Handy – wie würdest du wählen?
Lasst uns näher kommen, damit wir lernen zu verstehen, warum wir so ticken wie wir ticken. Warum ist euch das Smartphone so wichtig?
Tags: Smartphone

KOMMENTARE (7) ZUM ARTIKEL
Die beste aller Möglichkeiten – das Leben mit dem SmartphoneBASE_Nevin sagt
am 8. Oktober 2012 um 13:58 Uhr
Hallo Jan, hat man dir gesagt, warum es so lange dauert? Du kannst auch gerne eine Nachricht an unser Service-Team unter der mein@base.de schreiben. LG, Nevin
Jan sagt
am 6. Oktober 2012 um 10:54 Uhr
Ich warte schon seit dem 21,8 auf das mir bei der Vertragslaengerung versprochene IPhone 4S in schwarz. Also zeigt mir Base gerade wie es ist ein Leben ohne Smartphone. Danke für so einen “guten Service” und für diese Erfahrung .
metal sagt
am 4. Oktober 2012 um 12:58 Uhr
Toll geschrieben. Ernsthaft. Bin Bj66, erkenne mich in so vielen Zeilen wieder, herrlich. Ja, die Internetfreie Zeit damals, die ist mit der heutigen nicht zu vergleichen. Wir machten uns Gedanken, wenn wir die Nadel am Plattenspieler unserer Eltern kaputt machten beim Hören alter 7″ Singles. Die heutige Generation rastet hingegen aus, wenn das mobile Internet mal 2 Stunden gestört ist und verlangen Schadensersatz oder drohen mit Kündigungen. Die Prioritäten haben sich eben massiv verschoben.
Leider ist daran aber die Werbung auch nicht ganz unschuldig. Es wird einem viel zu oft suggeriert, dass man 2012 ohne Smartphone am richtigen Leben nicht mehr teilnimmt und gar keinen Facebook oder Twitter Account zu besitzen ist eine Sünde. Ich staune immer wieder über Jugendliche, die nicht mehr miteinander reden, sondern lieber simsen oder sich Tweets senden, obwohl sie nebeneinander stehen.
Damals hat man seinem Kumpel noch auf die Schulter geklopft, heute gibt man ihm ein “like”. Krank irgendwie.
Ilkka sagt
am 28. September 2012 um 21:39 Uhr
Wenn du als Kind in den 50-er, 60-er oder 70-er Jahren lebtest, ist es zurückblickend kaum zu glauben, dass wir so lange überleben konnten!
Als Kinder saßen wir in Autos ohne Sicherheitsgurte und ohne Airbags. Unsere Bettchen waren angemalt in strahlenden Farben voller Blei und Cadmium. Die Fläschchen aus der Apotheke konnten wir ohne Schwierigkeiten öffnen, genauso wie die Flasche mit Bleichmittel. Türen und Schränke waren eine ständige Bedrohung für unsere Fingerchen. Auf dem Fahrrad trugen wir nie einen Helm. Wir tranken Wasser aus Wasserhähnen und nicht aus Flaschen. Wir bauten Wagen aus Seifenkisten und entdeckten während der ersten Fahrt den Hang hinunter, dass wir die Bremsen vergessen hatten. Damit kamen wir nach einigen Unfällen klar. Wir verließen morgens das Haus zum Spielen. Wir blieben den ganzen Tag weg und mussten erst zu Hause sein, wenn die Straßenlaternen angingen. Niemand wusste, wo wir waren, und wir hatten nicht mal ein Handy! Sowas gab es gar nicht.
Wir haben uns geschnitten, brachen Knochen und Zähne, und niemand wurde deswegen verklagt. Es waren eben Unfälle. Niemand hatte Schuld außer wir selbst. Keiner fragte nach “Aufsichtspflicht”. Kannst du dich noch an “Unfälle” erinnern? Wir kämpften und schlugen einander manchmal bunt und blau. Damit mussten wir leben, denn es interessierte den Erwachsenen nicht.
Wir aßen Kekse, Brot mit Butter dick, tranken sehr viel und wurden trotzdem nicht zu dick. Wir tranken mit unseren Freunden aus einer Flasche, und niemand starb an den Folgen. Wir hatten nicht: Playstation, Nintendo 64, X-Box, iPad, Videospiele, 530 Fernsehkanäle, Filme auf Video, Surround-Sound, eigene Fernseher, Computer, Internet-Chatrooms, Facebook und Smartphones. Wir hatten Freunde.
Wir gingen einfach raus und trafen sie auf der Straße. Oder wir marschierten einfach zu deren Heim und klingelten. Manchmal brauchten wir gar nicht klingeln und gingen einfach hinein. Ohne Termin und ohne Wissen unserer gegenseitigen Eltern. Keiner brachte uns und keiner holte uns. Wie war das nur möglich?
Wir dachten uns Spiele aus mit Holzstöcken und Tennisbällen. Außerdem aßen wir Würmer. Und die Prophezeiungen trafen nicht ein: Die Würmer lebten nicht in unseren Mägen für immer weiter, und mit den Stöcken stachen wir nicht besonders viele Augen aus.
Beim Straßenfußball durfte nur mitmachen, wer gut war. Wer nicht gut war, musste lernen, mit Enttäuschungen klarzukommen. Manche Schüler waren nicht so schlau wie andere. Sie rasselten durch Prüfungen und wiederholten Klassen. Das führte nicht zu emotionalen Elternabenden oder gar zur Änderung der Leistungsbewertung.
Unsere Taten hatten manchmal Konsequenzen. Und keiner konnte sich verstecken. Wenn einer von uns gegen das Gesetz verstoßen hat, war klar, dass die Eltern ihn nicht aus dem Schlamassel heraushauen. Im Gegenteil: Sie waren der gleichen Meinung wie die Polizei! So etwas!
Unsere Generation hat eine Fülle von innovativen Problemlösern und Erfindern mit Risikobereitschaft hervorgebracht. Wir hatten Freiheit, Misserfolg, Erfolg und Verantwortung. Mit all dem wussten wir umzugehen.
Viele Grüßle
Ilkka (Baujahr 1951)
BASE_Nevin sagt
am 26. September 2012 um 10:53 Uhr
Hi Jessie, dazu kann ich leider keine Aussage treffen. LG, Nevin
Jessie sagt
am 26. September 2012 um 09:29 Uhr
Ihr habt schon länger kein Gewinnspiel mehr auf dem Blog gemacht, habt ihr in dieser Hinsicht in der nächsten Zeit mal wieder was geplant? Und damit meine ich nicht die Freundeskreis-Gewinnspiele.
metal sagt
am 25. September 2012 um 13:25 Uhr
Ein Leben ohne Handy/Smartphone – auf Facebook wartet der erste Aufruf? Wie geht das denn zusammen? Die meisten könnten sicher ohne Smartphone, aber ohne Facebook hätten viele keinen Lebensinhalt mehr. Traurig, aber eben heutzutage eines “DER” Luxusprobleme. Prima zu beobachten, wenn FB mal für Stunden nicht erreichbar ist. Was früher die Trennung einer Boyband, das ist heute der Verlust vom Smartphone oder FB ist offline